Burg Schreckenstein
als
Hörspiel und Hörbuch

Als die Kinderhörspiele in den 1970ern immer populärer wurden, versuchte EUROPA damals auch, die erfolgreichste Jugendbuchreihe als Hörspiel zu etablieren.
Jedoch liegt das Problem einer (erfolgreichen)
Hörspielreihe auf der Hand: während die Jugendbuchreihen wie 5-Freunde, TKKG oder ???
mit wenigen
Charakteren auskommen und die Geschichten jeweils (nur) auf ein Ziel hinarbeiten, sind es bei
Schreckenstein die vielen unterschiedlichen Charaktere und Geschichten in einem Band, die
diese Erzählungen so interessant machen, und die Buchreihe so erfolgreich.
Eine gute Vertonung eines Schreckenstein-Buches wäre somit sehr aufwendig und teuer, da sehr viele
Charaktere gebraucht würden und man mit den üblichen 45 - 60 Minuten nicht auskommen würde,
um die Buchvorlagen angemessen wiederzugeben.
EUROPA hat sich dennoch Mitte der 1970er daran gewagt, Schreckenstein zu vertonen. Die Sprecher, die EUROPA einsetzte, waren die bekannten Sprecher aus verschiedenen anderen Produktionen, die schon erfolgreich liefen. Mit Lutz Mackensy (Sprecher der 5-Freunde Hörspiele), Stephan Chreszinski, Oliver Rohrbeck (Sprecher von Justus Jonas der ??? Hörspiele) oder Andreas von der Meden (z.B. Sprecher von David Hasselhof) wurden Sprecher eingesetzt, welche schon in anderen, erfolgreichen Hörspielproduktionen ihre Erfahrungen gesammelt hatten.
Auch wenn sich EUROPA nahe an der Buchvorlage hält,
fehlt den Hörspielgeschichten doch noch das gewisse etwas. Wegen dieser und den oben
genannten Problemen einer erfolgreichen Produktion, hatte EUROPA die Serie
bereits nach fünf Folgen eingestellt.
In den 1980er Jahren
versuchte der Schneider-Verlag, welcher die Schreckenstein-Bücher damals
herausbrachte, selbst, seine eigenen Bücher zu vertonen um so auch am
Hörspielboom der 1970er und 1980er Jahre zu verdienen. So versuchte sich der
Schneider-Verlag mit der eigens eingerichteten SCHNEIDER-TON Firma unter anderem
auch Schreckenstein als Hörspiel zu produzieren. Wie andere Hörspiele von
SCHNEIDER-TON wurden hier jedoch lieblose Drehbücher geschrieben, in denen die
Erzählungen gekürzt und stark verändert wurden.
Zwar brachte es Schreckenstein bei SCHNEIDER-TON immerhin auf sieben Folgen, was aber wohl
eher damit zu tun hatte, dass man diese sieben Folgen auf jeden Fall produzieren
wollte,
unabhängig vom Erfolg oder Feedback der Hörer. Erfolgreicher als die EUROPA Produktion
erwies sich auch diese
Produktion nicht. Gerüchten nach soll sich sogar der Buchautor Oliver Hassencamp selbst über die
lieblose Produktion sehr aufgeregt haben.
Wegen der geringen Auflage der beiden Produktionen sind die Hörspiele heute jedoch bei den Schreckenstein- und Hörspielliebhabern sehr gefragt und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt sind für die Schreckenstein-Hörspiele oft weitaus höher als bei vielen anderen.
Während die Hörspiel-Fans die EUROPA-Produktion noch als sehr gelungen bewerten, wird die Schneider-Ton Produktion doch sehr verschmäht, da sie wirklich sehr von der Buchvorlage abweicht und in weiten Teilen selbst die sprachliche Darstellung zu wünschen übrig lässt.
Seit August 2002 gibt es nun die ersten Folgen der Schreckenstein-Reihe als Hörbücher vom HÖRVERLAG. Bei den Hörbüchern handelt es sich um sogenannte "vollständige Lesungen", das heißt, ein Sprecher (in diesem Fall Schauspieler Rufus Beck - auch bekannt durch die Harry Potter Hörbücher) liest die Bücher sozusagen eins zu eins vor. In nächster Zeit könnt Ihr auf Schreckenstein.de mehr über die neuen Hörbücher erfahren!
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